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Grünes Klassenzimmer, Schulgarten
Heute werden viele Textilien aus Wolle, Baumwolle oder aus Kunstfasern gemacht. Früher waren Stoffe aus Baumwolle aber für die meisten Menschen zu teuer. Deshalb machte man sehr viele Stoffe aus den Fasern einer Pflanze, die in unserer Heimat gut gedeiht. Diese Pflanze heißt Flachs. Sie wird heute nicht mehr angebaut, weil Textilien aus Baumwolle und Kunstfasern billiger hergestellt werden können.
In diesem Projekt werden wir Flachs anbauen und mit selbst gebauten Geräten weiterverarbeiten, bis wir Garn für die Herstellung von Leinen daraus gewonnen haben. Zum Abschluss werden wir das Hamaland-Museum in Vreden besuchen. Dort können wir uns alte Geräte für die Flachsverarbeitung anschauen.
Mit einem Arbeitsbogen ("Vom Flachs zum Garn") des Museums können die Kinder selbständig auf Entdeckung und Erkundung gehen.
Hamalandmuseum Vreden/Kreismuseum Borken, 48691 Vreden, Butenwall 4
Tel.: 0 25 64 - 39 18 - 0
Fax: 0 25 64 - 39 18 - 29
Schulklassen haben freien Eintritt.
22.04.2005
Die Kinder der Schulgarten-AG haben das Heft "Vom Flachs zum Linnen" zum ersten Mal in der Hand und lesen, wie Flachs gesät wird.
Literatur:
"Vom Flachs zum Linnen" von Walter Tillmann und Ursula Tillmann-Salge,
Verlag Zimmermann&CO, Schützenstr. 5
41748 Viersen, Tel.: 02162- 1 35 24
Bei Abnahme eines Klassensatzes kostet das Heft 1,50 € plus 7% MWSt u. Versandkosten.Die folgenden Texte stammen zum großen Teil aus diesem Heft oder aus dem Arbeitsbogen des Hamaland-Museums.
22.04.2005 / Aussaat
Leinsamen für die Aussaat des Flachses bekommt man im Landhandel, grünen Warenhäusern oder Bio-Läden. Leinsamen wird auch als Zusatz für Brot, Müsli und Gebäck verwendet. Flachs darf nur alle sieben Jahre auf demselben Acker gesät werden, weil er sonst nicht gut wird. Der Sämann isst ein Brot mit fettem Speck. So werden seine Finger fettig und die Samenkörner gleiten gleichmäßig aus seiner Hand. Bei der Arbeit darf er nicht sprechen. Die Leute glauben, dass Reden bei der Aussaat dem Wachstum schadet. Darum kaut er beim Säen auf einem Weidenzweig.
22.04.2005
Nach der Aussaat werden die Samenkörner mit einer Harke in den Boden eingearbeitet. Damit die Körner gute Bodenhaftung bekommen, wird der Boden mit zwei Holzplatten gewalzt - wie bei der Aussaat eines Rasens.
29.04.2005 / Die ersten Keimlinge
Nach einer Woche sind die Flachs-Keimlinge schon gut zu sehen. Ungefähr am 100. Tag des Jahres wird Flachs gesät. 100 Sonnenstunden nach der Aussaat sind schon die ersten Keime zu sehen. Das kleine Pflänzchen ist hellgrün und hat meist nur einen einzigen , geraden, feinen Stängel. Es wächst sehr schnell. die Blätter sind klein und schmal.
22.05.2005
Seit einigen Tagen ist es feucht-warm. Man kann fast sehen, wie der Flachs jetzt wächst. Das kleine Plänzchen ist hellgrün und hat meist nur einen einzigen, geraden, feinen Stängel. Nach einigen Wochen verzweigen sich die Pflanzenspitzen.
14.06.2005
Die erste Hälfte des Juni war für die Jahreszeit zu kalt (Schafskälte?). Ab heute wird es wärmer. Der Flachs ist teilweise schon 50 cm hoch. Blüten sind noch nicht zu erkennen.
30.06.2005
Die Pflanzenspitzen haben schöne blaue Blüten bekommen. Daraus entwickeln sich die Fruchtkapseln mit dem Leinsamen.
25.08.2005 / Raufen
Wenn die Kapseln und die Stängel gelblich sind, ist Erntezeit. Die Pflanzen werden mit der Hand bündelweise ausgezogen, gerauft. Etwa 12 Handvoll Flachs werden kreuzweise übereinander gelegt und zusammengebunden. Die Bündel werden auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt. Der Leinsamen kann noch einige Tage nachreifen.
Ausstellung in der Schule
Mit viel Eifer bauten die Mädchen und Jungen nach den Sommerferien eine Ausstellung zum Thema "Vom Flachs zum Linnen" im Schulflur auf.
September 2005 / Riffeln
Der Riffler schlägt eine Handvoll Flachs in die eisernen Zähne. Beim Durchziehen durch die Riffel werden die Samenkapseln abgestreift und später gedroschen. Der Samen kommt ins Brot oder wird zu Leinöl gepresst. Die Rückstände werden als Viehfutter verwandt.
Rösten
Der Flachs wird nun in Wassergruben gelegt. Er soll darin rösten, das heißt rotten, anfaulen. Dadurch lösen sich später die äußeren Fasern leichter vom holzigen Kern der Stängel.
Darren
Nach dem Rösten muss der Flachs trocknen. Bevor er im Herbst weiterverarbeitet wird, muss er ganz austrocknen. Das geschieht in Backöfen oder an offenen Feuerstellen. Da das aber sehr gefährlich ist, breiten die Bauern den Flachs lieber in der Sonne aus. Der innere holzige Teil der Stängel ist nun so spröde, dass er leicht zerbricht, wenn man die Stängel mit der Brake knickt.
Foto oben: in der Schule
Sept./Okt./Nov. 2005 / Brechen
Mit einer Brake (Braak) wird der Flachs gebrochen. Dabei zerbrechen die holzigen Teile der Pflanze.
Foto rechts: im Museum
03.11.2005
Mit dem Fahrrad fuhren die Kinder der Garten-AG am Donnerstagnachmittag zum Hamalandmuseum in Vreden. Dort konnten sie noch einmal unter fachkundiger Anleitung die Flachsverarbeitung mit Originalgeräten durchführen.
Herbst 2005 / Schwingen
Der Flachs wird auf ein aufrecht stehendes Brett gelegt. Ein hölzernes "Schwert" geht mit Schwung dicht an der Kante des Brettes vorbei. Dadurch fallen die Holzteilchen zu Boden.
Herbst 2005 / Hecheln
Die Hechel ist ein Brett mit hochstehenden Eisenstiften. Der Flachs wird in die Hechelzähne eingeschlagen und sanft durchgezogen. Die kurzen Fasern bleiben als Abfall in der Hechel hängen.
03.11.2005 / Spinnen
Mit dem Flachsspinnrad wird aus den Flachfasern Leinengarn gesponnen.
03.11.2005 / Weben
Das Ziel der mühevollen Fasergewinnung aus Flachs ist erreicht, wenn das Leinengarn im Webstuhl verwebt wird.
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