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Geschichte der Schule 1614- Schj. 2000/01
Pfarrer Nagel veranlasste den ersten Schulbau Ottensteins (1614). Das Gebäude wurde gleichzeitig auch als Rathaus genutzt. Die Schule wurde viele Jahre einklassig geführt. Ein "Schulmeister, Ludimagister" wird für die Jahre 1675 und später urkundlich erwähnt. 1675 besuchten 29 Jungen und 30 Mädchen die Schule.
Das Gebäude ist inzwischen abgebrochen. Es stand dort, wo sich heute die Zweigstelle der Kreissparkasse Borken befindet (Kreuzung Burgstraße-Vredener Straße).
Im 18. Jahrhundert war mit dem Lehrerberuf im Orte durchweg eine lohnendere Nebenbeschäftigung verbunden. So wird um 1750 von dem Lehrer Lübbers berichtet, dass er ein Manufaktur- und Leinengeschäft betrieben habe, das es ihm auf die Dauer erlaubt habe, den Lehr- und Küsterberuf aufzugeben. Sein Nachfolger, Lehrer Thering, übte nebenher den Beruf eines Ackerbauern und Gastwirtes aus.
Schon 1860 war der einklassigen Schule eine Mädchenschule angegliedert und als zweite Kraft eine Lehrerin angestellt worden. 1883 gab es in Ottenstein 183 volksschulpflichtige Kinder, 1908 waren es 180 und 1934 waren es 239.
Am 6. April 1893 war die feierliche Einführung des Lehrers Heinrich Wullhorst an der Knabenschule zu Ottenstein durch Pfarrer Epping. Herr Wullhorst hat viele Ämter ausgeübt. U.a. hat er fast 37 Jahre das Amt des Küsters ausgeübt, er war auch Organist und Dirigent des Cäcilienchores.
Am 1.4.1935 trat Wullhorst in den Ruhestand. Er war 42 Jahre Lehrer in Ottenstein. Er starb am 21.03.1952.
Im Winter 1939/40 war die Schule geschlossen. Sie war mit Truppen belegt für den Feldzug gegen Frankreich. Ab Mitte September 1944 fiel der Unterricht lange Zeit aus. Die Schule war mit Männern belegt, die den sogenannten Westfalenwall bauen sollten. Erst ab Oktober 1946 war wieder geregelter Unterricht möglich. Bei einem Sprengstoff-Unfall kamen 1946 sieben Jungen ums Leben.
Anno 1896 beschloss der Ottensteiner Rat den Bau einer neuen Schule auf dem Kirchplatz (siehe Foto rechts)
1971 wurde diese Schule wieder abgerissen. An dieser Stelle steht heute die Zweigstelle der Volksbank Gronau-Ahaus.
1940 leitete Hauptlehrer Klötgen die Schule. Er wurde 1943 zum Wehrdienst eingezogen. Von 1946 bis Mai 1947 war Mittelschullehrer Knops Schulleiter, bis zum 1.3.1950 Lehrer Albrecht.
Am 1.3.1950 übernahm Hauptlehrer Dahl die Schulleitung. Im Februar 1951 erkrankte er schwer. Im Juni 1951 wurden Herrn Wennemar die Schulleitungsgeschäfte übertragen. Am 1.11.1952 wurde Lehrer Erwin Kuna nach Ottenstein versetzt. Herr Kuna wechselte im Mai 1954 in seinen heimatlichen Schulaufsichtsbezirk Marl. Er wurde später Regierungsschuldirektor. In seine Amtszeit als Regierungsschuldirektor fiel noch die Amtseinführung von Schulleiter Richard Ikemann im Jahre 1989. Wegen akuten Lehrermangels kam es im Jahre 1953 zu einem fast zweiwöchigen Schulstreik. Nach den Sommerferien wurde von der Regierung ein Vertreter für Herrn Dahl geschickt. Herr Wennemar wurde am 1.4.1955 zum Hauptlehrer und am 1.6.1960 zum Rektor ernannt.
Der Schulbesuch der Ottensteiner Kinder ist in dieser Zeit im Allgemeinen als regelmäßig zu bezeichnen. Da jedoch viele Kinder der oberen Jahrgänge vor Beginn des Unterrichts schon melken und Ställe ausmisten mussten, ist es verständlich, dass die ermüdeten Kinder nur noch geringe Leistungen erbringen konnten.
Die Mädchen des Entlassungs-Jahrgangs Ostern 1954
| Schülerzahlen | gesamt | Mädchen | Jungen |
| 1947 | 304 | 159 | 145 |
| 1948 | 301 | ||
| 1949 | 307 | 157 | 150 |
| 1950 | 300 | ||
| 1951 | 284 | 144 | 140 |
| 1952 | 272 | 141 | 131 |
| 1953 | 262 | 135 | 127 |
| 1954 | 248 | 117 | 131 |
| 1955 | 222 | 108 | 114 |
Ostern 1954
Die Jungen des Entlassungs-Jahrgangs
mit
Schulleiter Wennemar